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Eine Masterarbeit schreiben, wie mache ich das eigentlich?

Sie stehen am Ende Ihres Master-Studiums, haben bereits ihren Bachelor und die Bachelorarbeit erfolgreich hinter sich gebracht und stehen nun vor der letzten großen Herausforderung Ihres Studiums: Der Master Thesis. Im Rahmen Ihres Studiums haben Sie Seminare besucht und Seminararbeiten geschrieben, aber jetzt sollen Sie eine dem Titel entsprechende wissenschaftliche Arbeit anfertigen. Sie müssen beweisen, dass Sie eigenständig in der Lage sind, eine anspruchsvolle, mitunter empirische Arbeit zu schreiben – und das fängt mit dem Thema an.

Beim Thema der Masterarbeit gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie nehmen ein von Ihrem Betreuer vorgegebenes Thema an, oder Sie wählen ein Thema nach Ihren Interessen aus und überzeugen den betreuenden Professor davon, dass es sich um ein relevantes Thema handelt. Diese Relevanz sollte im Idealfall von wissenschaftlicher wie praktischer Seite aus gegeben sein – und das müssen Sie auch belegen, am besten durch Zitate. Im ersten Schritt lesen Sie also möglichst viel Literatur, vorzugsweise Zeitschriftenbeiträge aus wissenschaftlichen Fachjournalen, und achten darauf, welchen Aspekten Ihres Fachgebiets die Autoren mehr Forschungsbedarf attestieren. Sie kommen sicher auf ein Thema, was sowohl Sie (Sie müssen es ja schreiben) als auch die Wissenschaftscommunity interessiert. Die zentralen Fragen, die dabei aufkommen, sind Ihre Forschungsfragen.

Tipp Nummer 1 [Themenfindung]:
Wenn Sie nicht spontan erklären können, was an dem Thema interessant ist und warum, überlegen Sie es sich nochmal in Ruhe!

 

Haben Sie sich für ein Thema entschieden, suchen Sie Literatur speziell zu diesem Thema. Wenn Sie sehr wenig finden, ist das tendenziell negativ zu bewerten. Überlegen Sie sich gut, ob Sie auf Basis der bestehenden Literatur das Thema wirklich umfassend bearbeiten können. Gibt es zu Ihrem Thema – nehmen wir als Beispiel „Geschäftsmodelle und Ihre Eignung für Social Media Marketing“ – zwar wenig konkrete Literatur, aber zu den Bereichen, die Sie verknüpfen, ausreichend Literatur, haben Sie aber kein Problem. Sie müssen aber die Verknüpfung herstellen und erklären können. Finden Sie sehr wenig, bietet sich auch eine empirische Arbeit an, bei der Sie ein bekanntes und bewährtes Konzept in einem neuen, spezifischen Kontext untersuchen – Beispielsweise „Auswirkung der Bologna-Reform auf die Motivation von Studenten“. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie Daten erheben oder beschaffen können, die zur Beantwortung Ihrer Forschungsfragen geeignet sind.

Tipp Nummer 2 [Art der Arbeit]:
Gibt es viel Literatur, können Sie eine rein theoretische Arbeit schreiben. Gibt es wenig, lohnt sich die Überlegung, eine empirische Untersuchung anzustellen.

 

Haben Sie ein Thema gefunden, die Literatur gelesen und sich für eine theoretische oder wissenschaftliche Arbeit entschieden, sollten Sie eine Gliederung erstellen. Ihre Arbeit beginnt mit einer Einleitung und endet mit einem Ausblick. Dazwischen bringen Sie einen Grundlagenteil, gegebenenfalls mit Literaturüberblick, einen theoretischen Teil und bei einer empirischen Arbeit einen praktischen Teil unter. Planen Sie möglichst detailliert und überlegen sich bei jedem Punkt, den Sie wichtig finden, wo er hingehört, warum und welchen Beitrag er für den Erkenntnisfortschritt leistet. Können Sie das nicht erklären, fehlt Ihrer Arbeit am Ende der „Rote Faden“.

Tipp Nummer 3 [Gliederung]:
Gehen Sie vom Allgemeinen ins Spezielle.

 

Jetzt müssen Sie Ihr Konzept noch mit Inhalten füllen. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit und beachten Sie von Anfang an die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens, allen voran ordentliches Zitieren und für jede Behauptung eine Quellenangabe. Verwenden Sie nach Möglichkeit eine Literaturverwaltungssoftware wie Citavi, welches Sie an vielen Hochschulen kostenlos nutzen können. Sollten Sie sich vom Vorgehen her unsicher sein, lesen Sie ein Buch zum wissenschaftichen Arbeiten – beispielsweise für Betriebswirte das von Theisen, für Geistes- und Sozialwissenschaftler den Klassiker von Umberto Eco, Naturwissenschaftlern empfehle ich Ebel.

Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, können wir Ihnen gerne weiterhelfen. Selbstverständlich ist die Kontaktaufnahme und damit die Erstberatung kostenlos, unverbindlich und absolut vertraulich. Schicken Sie uns doch einfach eine eMail oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

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Kategorien: Allgemein, Wissenschaftlich arbeiten